Von den Römern zur Neuzeit

Um etwa 80 nach Christus errichteten die Römer nach Eroberung unseres Gebietes das Grenzkastell Abusina Eining/Donau, der Größe nach für eine Kohorte von ca. 600 Mann und um 120 n. Chr. wurde der Grenzwall gegen die Germanen im Norden, der Limes fertiggestellt. Unsere Heimat war damit römisches Territorium. Wie bekannt bauten die Römer befestigte Straßen, wobei sie natürlich die schon vorhandenen alten Verbindungswege, wie Mühlwege und Viehtriebe nutzten. Als solche gilt die Ochsenstraße von Langquaid nach Abensberg, die diesen Namen noch heute hat. Durch z. T. gepflasterte Straßen verbanden sie auch die einzelnen Kastelle und auch den Limes entlang wurden Verbindungen geschaffen. 179 nach Chr. wurde das Kastell Castra Regina (in Regensburg) eingeweiht.

Nach Prof. Karl Weller, Stuttgart, führte eine Hauptverkehrsader von der Vorrömerzeit bis zum Bau der Steinernen Brücke in Regensburg (12. Jhd.) zwischen dem nördlichen Frankreich über Worms, Sinsheim, Kösching, überschritt bei Pförring die Donau und ging über Abensberg, Eggmühl, Aufhausen, Plattling, Passau ins ungarische Tiefland.

Mir den Römern kamen auch deren Kultur (Lesen und Schreiben) und Technik zu uns. Sie brachten zwei wichtige Baumaterialien - Ziegel und Mörtel – mit. In Bad Abbach befand sich die größte Ziegelei Raetiens.

Anfangs des 4. Jahrhunderts setzte auch bei uns die Verdrängung der Römer durch die Allemannen ein. Der römische Feldherr Generidus hat sich deren Heer mit 500.000 Mann entgegengestellt und eine Schlacht unvorstellbaren Ausmaßes geliefert. An der 2. Front, die sich in unserer Gegend befand, sollen sie und die Bewohner, nachdem alle Gutshöfe und Siedlungen vernichtet waren, niedergemetzelt worden sein. Die erhaltene Sage oder Überlieferung, daß soviel Blut geflossen sein soll, daß sich der Seitenarm der Laaber, der Moorgraben, mit Blut rot färbte und der Name Mordbach erscheint hier durchaus verständlich. Auch der Flurname "Mordäcker" weist darauf hin.

In die Zeit zwischen 5. - 8. Jahrhundert (frühes Mittelalter) wird die Entstehung der Urform der Dörfer in Niederbayern, wie Sandsbach beziffert. In diesen Gemeinschaften kristallisierten sich von selbst Regeln für das Zusammenleben heraus. Erst viel später, etwa 9. - 10. Jahrhundert, faßten die Grundherrn, Könige, Herzöge und Grafen die Einheiten zu Herrschaftsgebieten zusammen.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle die Klostergründungen in unserer Gegend, die auch das Zusammenleben beeinflußten und gewisse Regeln vorgaben. 1030 Geisenfeld, 1107 Mallersdorf, 1132 Biburg, 1133 Rohr, 1134 Paring.

Wie schon im 5. Jahrhundert der Hunnenkönig Attila durch seine Überfälle ganz Europa in Angst und Schrecken versetzte, waren es im 10. Jahrhundert wieder Völker aus dem Osten, die in unsere Heimat und Land einfielen, plünderten, brandschatzten, mordeten und oft viele Gefangene als Sklaven mitschleppten. Es waren dies die Medjaren oder Ungarn, die vormals aus dem weiteren Osten kamen, ein Reitervolk, daß, wie es heißt, auf dem Pferd daheim war. Sie verstanden hervorragend mit Pfeil und Bogen umzugehen. Überfälle hier direkt bei uns, waren an der Tagesordnung. Die Felder wurden verwüstet und ganze Ortschaften eingeäschert. Den Orten mit Befestigungsanlagen, Burgen oder Wehrkirchen wie z. B. Regensburg konnten sie weniger anhaben. Sicherlich sind jedoch die Bewohner von kleineren Orten, wie Sandsbach, in die Wälder geflohen und haben dort unter erbärmlichen Umständen gehaust. Als solche Zufluchtsstätte gilt die im Sinsbucher Forst ( sins = groß, buch = Buche) gelegene Sinzburg.

Erst ein gesamtdeutscher Heerbann unter Kaiser Otto I. (936 - 973) aus Baiern, Franken, Sachsen und Schwaben konnte 955 auf den Lechfeldern bei Augsburg die Entscheidung, d. h. die Vernichtung der Ungarn herbeiführen. War nun die Gefahr für unsere Heimat von außen erst einmal gebannt, gab es Zwistigkeiten auch um die Vorherrschaft der Stammesherzöge untereinander, so z. B. im Landshuter Erbfolgekrieg von 1503, wo die Truppen des Pfalzgrafen Rupprecht die Orte in unserer Gegend dem Erdboden gleichmachten. Sie machten auch vor den Klöstern nicht Halt.

Der Wittelbacher Herzog Albrecht V. (1550 -1579) ließ im Jahre 1568 von Philip Apian von seinem Herzogtum die "Baierischen Landtafeln"  herstellen. Interessant in dem Ausschnitt sind die Schreibweisen für die Orte in unserer Heimat.

Vom 30-jähr. Krieg (1616 - 1648) war anfangs im Laabertal nichts zu spüren. Erst 1632 überschritten die Schweden die Donau. Damit traf das Unheil ein. Raub, Plünderungen und Mord waren wieder an der Tagesordnung und auch die kaiserlichen und bayerischen Truppen mußten sich mit Proviant versorgen. Deshalb nahmen sie den Bauern oftmals ihre letzten Vorräte und das Vieh weg. Dem kriegerischen Handeln setzte der Westfälische Friede von 1648 ein Ende. Aber das Land und die wenigen übrig gebliebenen Menschen erholten sich nur langsam. Eintragungen in der Schulchronik von Sandsbach berichten, daß "die Felder überwuchert und der Wald stark zunahm". Gleichzeitig wird eine Wolfsplage erwähnt und die Wildschäden nahmen stark zu. Weiterhin verunsicherte herumstreunendes Gesindel die Menschen. Im Salbuch, dem mittelalterlichen Kataster des Klosters Rohr, ist zu dieser Zeit zu lesen: "Fast alle Bauern sind tot und die Höfe sind niedergebrannt und verödet."(Siehe auch Beschreibung über Sandsbach von Michael Wening)

Auch in der Folgezeit blieb unsere Heimat von kriegerischen Handlungen nicht verschont. Zu nennen ist die Napoleonschlacht bei Eggmühl von 1809. Die erforderlichen Truppenbewegungen und Einquartierungen, sowie ständige Futter- und Proviantlieferungen an die Armeen, setzten den wenigen Bauern arg zu. Obwohl es in den beiden großen Weltkriegen keine Zerstörungen in Sandsbach gab, darf das Leid, daß sie auslösten nicht vergessen werden.

Vom 1. Weltkrieg (1914 - 1918) kehrten 11 Sandsbacher und vom 2. Weltkrieg (1939 - 1945) 25 junge Männer nicht mehr von den Schlachtfeldern in ihre Heimat zurück.

1921 kaufte der Markt Langquaid die Mühle in Sandsbach und baute sie zu einem Elektrizitätswerk um. Die Annahme ist berechtigt, dass von dieser  Zeit an auch  Sandsbach mit Strom (bis Anfang der 60er Jahre mit Gleichstrom) versorgt wurde.

1923 Inflation: Die neue Währung war die Rentenmark.

Zum 01.01.1972 wird der Landkreis Rottenburg aufgelöst, deshalb gehört Sandsbach nun zum Landkreis Kelheim.

1958 Bau des Tiefbrunnens (ca. 60m tief) bei Appersdorf

1967 Errichtung der Zentralen Wasserversorgung vom Tiefbrunnen her. Heute bezieht Sandsbach das Wasser vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Rottenburger Gruppe.

1986 Beginn der Dorfflurbereinigung, Erneuerung der Ortsdurchfahrt.

1994 Erneuerung der Oberen Dorfstraße, Anlegung von Trockenmauern, Pflasterung der Straße beim Feuerwehrhaus und Aufstellen des Dorfbrunnens.