Samutespach

Die erste noch auffindbare urkundliche Erwähnung, damals Samutespach, stammt aus dem Jahr 878. Danach schenkte König Karlmann seinem Priester Job de Samotespah "zwei Hufen mit acht Hörigen zu lebenslänglichem Eigen". Die Besitzungen sollten nach dem Tod von Job an das Kloster St. Emmeram in Regensburg fallen. Die Urkunde, vom Kanzleischreiber Baldo, ist in lateinischer Sprache abgefaßt und trägt das Signum von König Karlmann (Ur-Ur-Enkel Kaiser Karl d. Gr.)

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Originalgröße ca. 30 x 40 cm, wird beim Hauptstaatsarchiv in München unter der Signatur Regendburg St. Emmeram Urk.11 verwahrt.

Die Übersetzung lautet:

 Im Namen der heiligen und einigen Dreifaltigkeit. Karlmann, König von Gottes Gnaden.

Wenn wir auf Befehl Gottes oder für ewigen Lohn, durch unsere Rückgabe an die Getreuen und wem auch immer einige Sachen unseres Besitzes schenken, erfüllen wir nicht nur die königliche Vorschrift, sondern glauben auch, daß wir die Belohnung der ewigen Herrlichkeit gewiß verdienen.
Deshalb sei allen unseren Getreuen der heiligen Kirche Gottes und selbstverständlich den gegenwärtigen und zukünftigen (Getreuen) bekannt gemacht, daß ein gewisser treuer und hochgeschätzter Priester von uns, mit Namen Job de Samotespah, sich an die höchste Durchlaucht gewandt hat, mit der Bitte, daß wir ihm einige Sachen des Besitzes im Dorf, gelegen im Tonagenue(Donaugau) in der Grafschaft des Engildeon, zum Eigentum geben.
Wir aber haben sehr gerne seinen Bitten Genüge geleistet, wegen dessen außerordentlichen Dienstbarkeit, die er uns gegenüber gezeigt hat und haben ihm durch diesen unseren Befehl im vorher genannten Dorf und in einem Dorf, das Samutespach genannt wird, zwei Hufen zum Besitz geschenkt mit acht Hörigen, mit Kulturland und Brachland, Wiesen, Weiden, Wälder, Seen und Wasserläufen.
Wir haben alles das unserem vorher genannten Hochgeachteten Priester Job zum Besitz gegeben und von unserem Recht in dessen Recht und Herrschaft übertragen. Es ist durch diese Art und Weise offensichtlich, daß er vom heutigen Tag an und fürderhin diesen seinen persönlichen Besitz an allen Tagen seines Lebens hat, behält und besitzt. Wir befehlen aber, daß nach dessen Tod die vorher genannten Dinge in die Amtsgewalt Emmerams, des Martyrers Christi zurückkehren.
Und damit diese Schenkungsurkunde von sämtlichen Getreuen recht zuverlässig behandelt werde und durch zukünftige Zeiten wahrer gehalten werde, und recht sorgfältig aufbewahrt werde, haben wir eigenhändig die Unterschrift gegeben und wir haben mit unserem Siegelring beschlossen
Das Siegel des Herrn Karlmann, des frömmsten Königs.
Ich, der Kanzler Baldo habe den Vertreter des Erzkanzlers Thiotmar erkannt und im günstigen 3. Jahr der Herrschaft Karlmanns, des ehrwürdigsten Königs in Bayern und im 2. Jahr der Herrschaft in Italien, in der 11. Steuerperiode diese Urkunde gemacht, in der königlichen Pfalz zu Rantesdorf, im Namen Gottes, glücklich
Amen.